/ Jana Winkler

Marco Inversi erhält CUSO Graduate Colloquium Preis für die beste PhD Präsentation

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Marco Inversi © Departement Mathematik und Informatik

Das Swiss Doctoral Program in Mathematics vergibt im Rahmen des CUSO Graduate Colloquium einen Preis für die beste PhD Präsentation. In diesem Jahr wurde Marco Inversi, Doktorand in der Forschungsgruppe Analysis unter der Leitung von Prof. Gianluca Crippa, ausgezeichnet.

Unter dem Namen Swiss Doctoral Program in Mathematics haben sich die mathematischen Fachbereiche der Universitäten Basel, Bern, Fribourg, Genf und Neuchâtel zusammengeschlossen und bieten Doktorierenden ein gemeinsames Doktoratsprogramm an. Dies umfasst unter anderem ein jährlich stattfindendes Kolloquium, bei dem Teilnehmende die Möglichkeit haben ihre Arbeit mit anderen Doktorierenden aus allen Gebieten der angewandten und reinen Mathematik zu teilen. Für die beste Präsentation wird ein Preis, gestiftet vom Birkhäuser Verlagshaus, vergeben.

Mathematische Erklärung einer experimentellen Beobachtung

Marco Inversi, der in diesem Jahr den Preis für die beste PhD Präsentation erhalten hat, befasst sich im Rahmen seiner Doktorarbeit mit einem Teilgebiet der Fluiddynamik, der sogenannten Onsager Vermutung: Dem Energieerhaltungsgesetz nach bleibt Energie in einem geschlossenen System erhalten. In der Natur lassen sich jedoch Strömungssysteme beobachten, die aufgrund ihres chaotischen Zustands Energie abbauen. Das Verständnis dieses Phänomens, das als "anomale Dissipation" bezeichnet wird, ist eine der zentralen Fragen der Turbulenztheorie.

Aus mathematischer Sicht lässt sich dieses Problem auf die Untersuchung unregelmäßiger Lösungen der Euler-Gleichung übertragen. Bereits in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts beschrieb Onsager die Eigenschaften, die ein chaotisches Fluid aufweisen muss, um eine anomale Dissipation zu zeigen. Diese Annahmen wurden im Laufe der Jahrzehnte experimentell bestätigt. In den letzten dreißig Jahren hat die mathematische Forschung viele von Onsagers Hypothesen bestätigt. Für den einzigen relevanten physikalischen Fall bleibt die mathematische Vermutung jedoch offen, was ihre Bedeutung im Bereich der Physik unterstreicht. Über ein Fluid, das sich in exakt dem von Onsager beschriebenen chaotischen Zustand befindet, in dem das Phänomen der anomalen Dissipation also auftreten sollte, weiss man tatsächlich noch gar nichts. Was genau geschieht in diesem Zustand und warum? Dieser Frage geht Marco im Rahmen seiner Doktorarbeit auf den Grund.

«Niemand forscht an etwas, das ihn langweilt»

Eine besondere Herausforderung beim CUSO Graduate Colloquium ist das breite Publikum aus allen Gebieten der Mathematik. Um einen für alle Zuhörenden verständlichen Talk vorzubereiten, ist es notwendig, komplexe Zusammenhänge verständlich zu formulieren. «Auch komplizierte Fragen können auf einfache Weise gestellt werden. Und vor allem bei komplizierten Problemen ist es wichtig, dass wir vermitteln können, warum sie interessant sind», findet Marco. «Niemand forscht an etwas, das ihn langweilt und Kommunikation ohne Verständigung ist verschenktes Potenzial». Die eigene Forschung simpel und interessant herunterzubrechen sei zwar ein zeitintensives Unterfangen, aber «es hilft mir auch selbst wieder zur Kernfrage zurückzukommen. Wenn ich einen Talk gebe, dann soll das kein Crashkurs sein, sondern ich möchte in anderen dasselbe Interesse wecken, das auch mich dazu bewogen hat, mich diesem Thema anzunehmen».

 

Weitere Informationen zum Swiss Doctoral Program in Mathematics finden Sie hier.