SCW75 würdigt die Architekt*innen einer neuen Ära des Scientific Computing

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Florina Ciorba, Professorin für High Performance Computing © Departement Mathematik und Informatik

Bei der ersten Verleihung des SCW75 werden Infrastruktur-Führungskräfte, Informatikspezialist*innen und Simulationsexpert*innen gewürdigt, die die Zukunft des wissenschaftlichen Rechnens gestalten.

Scientific Computing ist längst nicht mehr auf spezialisierte Rechenzentren beschränkt. In Laboren, Entwicklungsteams, Pharmaunternehmen und forschungsintensiven Industrien wird moderne Recheninfrastruktur zunehmend zum zentralen Motor für Entdeckungen, Simulationen und Innovationen.

Nun startet Scientific Computing World die erste Ausgabe der SCW75 – ein neues Anerkennungsprogramm, das 75 der einflussreichsten Persönlichkeiten würdigt, die diesen Wandel vorantreiben.

Die SCW75 vereint Führungspersönlichkeiten aus den Bereichen High-Performance Computing (HPC), KI-Infrastruktur, Simulation, Laborinformatik, Computational Engineering und Research Computing und rückt jene Menschen ins Rampenlicht, die immer komplexere Technologien in konkrete wissenschaftliche und technische Fortschritte übersetzen.

Der Start des Programms erfolgt zu einer Zeit beispielloser Investitionen in KI- und Scientific-Computing-Infrastrukturen. Laut Hyperion Research wuchs der Markt für HPC, KI und Technical Computing im Jahr 2024 um 23,5 % und wird bis 2028 voraussichtlich die Marke von 100 Milliarden US-Dollar überschreiten. Intersect360 Research berichtet, dass der weltweite Markt für beschleunigte und leistungsstarke Infrastrukturen für KI-Anwendungen im Jahr 2024 ein Volumen von 193 Milliarden US-Dollar erreichte – ein Anstieg von 121 % gegenüber dem Vorjahr.

Unternehmen und Forschungseinrichtungen aller Branchen stehen vor der Herausforderung, KI- und HPC-Infrastrukturen zu skalieren und gleichzeitig Benutzerfreundlichkeit, Governance, Reproduzierbarkeit und Nachhaltigkeit sicherzustellen.

Die SCW75-Umfrage ergab, dass 57 % der Befragten erwarten, ihre Investitionen in Scientific Computing innerhalb des nächsten Jahres zu erhöhen. Viele von ihnen verantworten bereits Infrastrukturprojekte im Wert von mehreren Millionen Pfund. Doch mit steigenden Budgets wachsen auch die Erwartungen.

Florina Ciorba, Professorin für High Performance Computing an der Universität Basel in der Schweiz, betont die Bedeutung der Arbeit an der Schnittstelle zwischen Theorie und Praxis:

Die Bewältigung realer Herausforderungen, der Aufbau inklusiver Gemeinschaften sowie das Festhalten an Offenheit und Reproduzierbarkeit sind entscheidend für nachhaltige Wirkung. Die Suche nach vielfältigen Mentorinnen, Mentoren und Perspektiven“, ergänzt sie, „kann ebenfalls eine wichtige Rolle für eine erfolgreiche Karriere spielen.

Das Programm verdeutlicht zudem, wie stark Scientific Computing zunehmend disziplinübergreifend zusammenwächst. Bioinformatiker*innen, Ingenieur*innen der Automobilindustrie, Forschende der Halbleitertechnik, Computational Chemists und Simulationsexpert*innen arbeiten zwar in unterschiedlichen Branchen, teilen jedoch immer häufiger dieselben Anforderungen an ihre Infrastruktur: skalierbare Rechenressourcen, Hochleistungsspeicher, Workflow-Orchestrierung, vertrauenswürdiges Datenmanagement und KI-gestützte Softwareplattformen.

Im Ingenieurwesen werden Simulation und digitale Entwicklung zunehmend zu zentralen Bestandteilen der Produktentwicklung. In den Lebenswissenschaften verändern KI und computergestützte Methoden die Genomforschung, die Arzneimittelentwicklung und Laborabläufe grundlegend. Gleichzeitig verändern Cloud Computing, GPUs und beschleunigte Infrastrukturen die Art und Weise, wie Organisationen Forschung im großen Maßstab betreiben.

Sunita Chandrasekaran, Direktorin des First State AI Institute an der Universität Delaware, unterstreicht die Bedeutung interdisziplinären Denkens:

Der Aufbau wirksamer Werkzeuge erfordert nicht nur technisches Fachwissen, sondern auch ein klares Verständnis der Endnutzer*innen sowie der realen Anwendungsfälle. Langfristige Wirkung entsteht aus ihrer Sicht durch Systeme, die sowohl leistungsfähig als auch zugänglich sind.

Da Scientific Computing sich über immer mehr Disziplinen und Anwendungsbereiche ausbreitet, verlagert sich der Fokus zunehmend von reiner Rechenleistung hin zu Fragen der Skalierbarkeit, Benutzerfreundlichkeit und langfristigen Nachhaltigkeit.

Die SCW75 macht jedoch deutlich, dass die Herausforderung im Scientific Computing heute nicht mehr allein darin besteht, immer größere Systeme zu bauen.

Wie Sadaf Alam, Chief Technology Officer und Director of Advanced Computing Strategy am Bristol Centre for Supercomputing der Universität Bristol, erklärt:

Die größte Herausforderung im heutigen Scientific Computing ist nicht technischer Natur; sie ist architektonischer und strategischer Art.

Die erste Ausgabe der SCW75 umfasst Ausgezeichnete aus 14 Ländern in Nordamerika, Europa, Asien und dem Nahen Osten und spiegelt damit den zunehmend globalen Charakter der Führung im Bereich Scientific Computing wider. Die Vereinigten Staaten führen die Liste mit 31 Ausgezeichneten an, gefolgt vom Vereinigten Königreich mit 21 und Deutschland mit 10.

Das Programm hebt zudem den wachsenden Beitrag von Frauen in den Bereichen Scientific Computing, Simulation und HPC-Führung hervor. Frauen stellen 31 % der Personen auf der ersten Liste – ein Anteil, den Scientific Computing World in zukünftigen Ausgaben weiterwachsen sehen möchte.

Robert Roe, Chefredakteur von Scientific Computing World, sagte:

Scientific Computing hat sich zu einer der entscheidenden Schlüsseltechnologien moderner Forschung und Entwicklung entwickelt. Die SCW75 wurde ins Leben gerufen, um die Menschen zu würdigen, die diese Infrastruktur in Industrie und Wissenschaft nutzbar, skalierbar und wirkungsvoll machen. Es sind diese Persönlichkeiten, die dazu beitragen, Investitionen in Recheninfrastruktur in wissenschaftlichen Fortschritt umzuwandeln.

 

Weitere Informationen finden Sie bei Scientific Computing World

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