Der Schweizer Wissenschaftspreis Latsis geht an die Mathematikerin Susanna Zimmermann für ihre wegweisenden Forschungsarbeiten über die Symmetrien geometrischer Räume, mit denen sie eine seit dem 19. Jahrhundert offene Frage der algebraischen Geometrie lösen konnte. Der Biochemiker Martin Jinek erhält den prestigeträchtigen Schweizer Wissenschaftspreis Marcel Benoist für seine bahnbrechenden Erkenntnisse zu zellulären Prozessen, die der Genom-Editierung zum Durchbruch verhalfen.
Die Mathematikerin Susanna Zimmermann ist Professorin an der Universität Basel und forscht im Bereich der algebraischen Geometrie. Dabei untersucht sie insbesondere die Symmetrien geometrischer Räume und deren inneren mathematischen Aufbau. Gemeinsam mit Jérémy Blanc und Stéphane Lamy gelang ihr ein bedeutender Durchbruch: Für die sogenannten Cremona-Gruppen konnten die Forschenden eine seit dem 19. Jahrhundert offene Frage klären und zeigen, dass diese eine reichhaltige innere Struktur aufweisen. Susanna Zimmermanns Forschung trägt dazu bei, grundlegende Eigenschaften mathematischer Räume besser zu verstehen und eröffnet neue Verbindungen zwischen verschiedenen Gebieten der Mathematik. Nun erhält Susanna Zimmermann den Schweizer Wissenschaftspreis Latsis, der an Nachwuchsforschende bis zu einem akademischen Alter von zehn Jahren vergeben wird und mit CHF 100'000 dotiert ist.
Mit einer Dotation von 250'000 Franken gilt der Schweizer Wissenschaftspreis Marcel Benoist als «Schweizer Nobelpreis». Der diesjährige Preisträger Martin Jinek ist Professor für Biochemie an der Universität Zürich. Er wird für seine herausragende Forschung zu RNA-gesteuerten molekularen Systemen, die gezielt auf das Erbgut von Zellen zugreifen können, sowie deren Anwendung für die Genom-Editierung ausgezeichnet. Gemeinsam mit anderen Forschenden war Martin Jinek massgeblich daran beteiligt, das natürliche CRISPR-Cas9-System zu einem programmierbaren Werkzeug für die gezielte Veränderung von DNA weiterzuentwickeln. Daraus entstand die CRISPR-Cas9-Technologie zur Genom-Editierung, auch bekannt als «Genschere», die Jennifer Doudna und Emmanuelle Charpentier 2020 den Nobelpreis für Chemie einbrachte. Mit seiner Forschung vertieft Martin Jinek unser Verständnis molekularbiologischer Prozesse und eröffnet neue Ansätze in verschiedensten Anwendungsbereichen, etwa in der Biomedizin (Gentherapie), der Biotechnologie oder der innovativen Landwirtschaft.
Die wissenschaftliche Selektion des Preisträgers und der Preisträgerin erfolgte durch den Schweizerische Nationalfonds (SNF) im Auftrag der Marcel Benoist Stiftung und der Fondation Latsis. Die gemeinsame Verleihung der Schweizer Wissenschaftspreise findet am 5. November 2026 im Bundeshaus statt. Die Präsidenten der jeweiligen Stiftung werden die Preise im Beisein von Bundespräsident Guy Parmelin und Ständeratspräsident Stefan Engler überreichen.